Diagnostik

Da PoTS sich als sehr facettenreich erweist, ist es wichtig den Diagnoseplan zu individualisieren und sorgfältig und umsichtig durchzuführen.
Ich möchte gerne vier Kategorien hervorheben: Anamnese, generelle klinische Untersuchung, Labor, und Vegetative Nervenanalyse. Entsprechend gilt es auch mehrere Fachgebiete zu koordinieren. 

Anamnese

Während der Anamnese ist es wichtig sich auf die Schlüsselsymptome zu konzentrieren. Der Krankheitsverlauf und die Familiengeschichte können zu wichtigen Erkenntnissen führen da PoTS plötzlich auftreten kann, z.B. nach einem viralen Infekt oder Unfall,  aber auch genetisch bedingt sein könnte. 

Mögliche Auslöser


Während der Anamnese kann es hilfreich sein, auf mögliche Auslöser zu testen sowie die Familiengeschichte zu kennen, da PoTS auch genetisch veranlagt sein könnte. 

Krankheitsgeschichte


Es ist wichtig die ganze Krankheitsgeschichte zu kennen. Der Anfangspunkt, das Auftreten, die Ausprägung und der Verlauf der unterschiedlichen Symptomen, etc. 

Assoziierte Krankheiten

PoTS ist oft begleitet von assoziierten Krankheiten, wie z.B. das Ehlers-Danlos-Syndrom, die ebenfalls mit gleicher Sorgfalt behandelt werden sollten.

Klinische Untersuchung

Weil PoTS sehr facettenreich ist, sollte die klinische Untersuchung breitflächig durchgeführt werden. Die folgenden sieben Möglichkeiten könnten sich als wichtig erweisen. 

> Zur generellen klinischen Untersuchung:

Pupillenreaktion

Inadäquate Ergebnisse: Akkomodations-störung oder abgeschwächte Pupillomotorik.

Gelenkhypermobilität

Meist wenn Ehlers-Danlos-Syndrom oder Hypermobilität vermutet wird.

Sudomotorische Funktion

Inadäquate Ergebnisse: Abnormale Schweissneigung.

Vasomotorik


Inadäquates Ergebnis: Reduzierte Venenkonstriktion; kann mit Kipptisch-Test festgetellt werden.

> Wichtige Fachbereiche einzuschliessen:

Kardiologie

inadäquate Tachykardieneigung im Stehen ohne signifikanten Blutdruckabfall

Gastroenterologie

reduzierte Darmmotilität, Darmreizung, etc.

Neurologie

inadäquate Resultate beim aktiven Stehtest

Labor

Obwohl es keine eindeutigen Biomarker gibt, ist Labor wichtig damit man PoTS von anderen Pathologien abgrenzen und Differenzialdiagnosen stellen kann. Das Erkennen von Sekundär-Phänomenen anderer Krankheiten und das Erkennen von Begleiterkrankungen ist zentral.

> Mögliche Beispiele:


> Hämoglobin

> Elektrolyte

> Nierenfunktion

> Ferritin

> Thyroidea-stimulierede Hormon (TSH)

> Vitamin B12

> Falls weiterhin noch notwendig: 

  • Schilddrüsenachse
  • Zöllkaliescreening
  • Antinukleäre Antikörpertest (Immunologische Diagnostik, DD: Autoimmunkrankheit) 

VNS-Analyse

  • zur Bestätigung der PoTS-Diagnose
  • für die Identifikation möglicher Subkategorien
  • zur Ausschliessung anderer Ursachen der orthostatischen Intoleranz